Musik als biologisches Sicherheitssignal: Eine polyvagale Perspektive auf ein einfühlsame Interaktion zwischen Musikern und Patienten im Gesundheitswesen.

Autor/innen

  • Peter Shannon American Institute for Music and Healing
  • Stephen Porges Indiana University Bloomington

DOI:

https://doi.org/10.47513/mmd.v18i3.1166

Abstract

Das Umfeld im Gesundheitswesen birgt erhebliche umweltbedingte und psychologische Stressfaktoren, die die autonomen Bedrohungserkennungssysteme eines Patienten auslösen können. Dies wiederum führt zu einer anhaltenden Aktivierung des sympathischen Nervensystems, die die Genesung und die emotionale Regulierung einschränkt. Obwohl Live-Musik in klinischen Umgebungen weithin als beruhigende Maßnahme anerkannt ist, wird sie oft lediglich als subjektive Unterhaltung betrachtet. Damit werden die neurophysiologischen Mechanismen verschleiert, durch die musikalische Erfahrungen die Regulierung des Patienten beeinflussen können. Dieses Positionspapier schafft einen theoretischen Rahmen, der die Wissenschaft des Mitgefühls und die Polyvagaltheorie (PVT) miteinander verbindet; damit lässt sich erklären, wie Live-Musikbegegnungen als starke Signale für die Sicherheit der Umgebung wirken können, die die autonome Regulation und Koregulation unterstützen. Anhand einer Untersuchung des Ausbildungsprogramms „Awakening the Inner Gift“ des American Institute for Music and Healing (AIMH) zeigen wir auf, wie Musiker, die in Mitgefühl geschult sind, als stabilisierende regulatorische Anker in Einrichtungen des Gesundheitswesens wirken können. Um diesen theoretischen Rahmen in der klinischen Realität zu verankern, präsentieren wir anekdotische Erfahrungsberichte von 18 Patienten und aktiven Musikern in einem ambulanten Krebszentrum. Diese kurzen klinischen Beobachtungen veranschaulichen Erfahrungswerte in den Bereichen emotionale Regulierung, Aktivierung autobiografischer Erinnerungen und zwischenmenschliche Beziehungen. Letztendlich plädiert dieser Beitrag für die systematische Integration der auf der PVT basierenden Mitgefühlsforschung in Musikprogramme im Gesundheitswesen, um das Wohlbefinden der Patienten, die Stabilisierung des autonomen Nervensystems und das allgemeine Beziehungsumfeld in der Pflege zu fördern.

Schlüsselwörter: Polyvagaltheorie, Mitgefühlsforschung, Musik und Gesundheit, Kunst und Gesundheit, Musik im Gesundheitswesen, Musik und Wohlbefinden/Wellbeing

Autor/innen-Biografien

Peter Shannon, American Institute for Music and Healing

Director, American Institute for Music and Healing,

Adjunct Professor,
Department of Bioethics and Medical Humanities,
Mercer University School of Medicine 

Visiting Scholar,

Henry Benson Institute for Mind Body Medicine, Massachusetts General Hospital 

 

Stephen Porges, Indiana University Bloomington

Indiana University Bloomington: Distinguished University Scientist and Founding Director of the Traumatic Stress Research Consortium within the Kinsey Institute.

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Veröffentlicht

2026-07-26

Ausgabe

Rubrik

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